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Ein Mann kam des Wegs, unsicher, torkelnd fast, in einem einsamen Waldgebiet, Schwalmtal, Niederrhein. An einem Baum kniete er nieder und betete zum Herrn. "Herr, warum sieht mich meine Frau nicht mehr an, warum spucken meine Kinder vor mir aus, warum hast du mir in der Mitte meiner Jahre Schädelbruch und Tumor geschickt? Ich kann nicht mehr! Ich kann jetzt nicht zurückgehen an meine Arbeit, ich habe keine Kraft."

Gott antwortete nicht, aber der Baum. "Mann, dort an meinem Stamm, du kniest. Du hast viel über uns Bäume gelesen, uns beobachtet wie das neugierigste Kind; ich sage dir: Du bist nicht schwächer, als wir, wenn wir eben erst jung aufschießen. Und du weißt, wie groß und mächtig wir werden. Selbst ein schweres Lastauto würde an mir zerbrechen. Du glaubst an mich, das spüre ich. Deine Frau wird dich lieben und deine Söhne werden wieder Respekt haben. Solange werde ich alle deine Tränen trinken. Und immer, wenn du hierher kehrst, wirst du gestärkt an die Arbeit zurück können, von der Frauen und Kinder leben."

Der Mann stand auf, rieb sich die Augen und ging, langsam erst, dann sichereren Schrittes... zurück zu seiner Familie. Der Mann ist mein Vater.