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Hier lest ihr über meine IT-Aktivitäten, mein Programmier-Hobby und wie ich als Nutzer/User 'ticke'.

Meine Zuneigung zum Computer begann Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts im Kontakt zum berühmten Commodore C64. Das war ein sogenannter Heimcomputer, für den man als Monitor einen über Antennenkabel verbundenen Röhrenfernseher hernahm. Schon damals wollte ich gern programmieren und kaufte ein Buch namens „Simon’s Basic“, scheiterte aber an der Kompliziertheit dieses Vorhabens und meiner eigenen Bequemlichkeit. Ich spielte Unterhaltungssoftware, wie Chiller, Pole Position, Hero, Pit Stop II, International Karate, Beach Head II und Raid over Moscow. Sinnvoller, etwa für die Schule, nutzte ich den Commodore nicht, hatte auch keinen der damals üblichen Nadeldrucker. Kurz besaß ich noch den Nachfolger des C64, einen 128er ohne externe Tastatur; den verkaufte ich aber einem grimmigen Gebrauchthändler ‚für einen Appel und ein Ei‘ (er setzte ihn dann fast zum Neupreis in sein Schaufenster); und dann ging es auch schon zur Bundeswehr.

Dort nahm ich (1989) an einem Seminar vom Berufsförderungsdienst teil, Thema: Einen Personal Computer verstehen – MS-DOS und GW-Basic. Das erste steht für Microsoft Disc Operation System. Das zweite entweder für Greg Whitten Basic oder für gee whiz Basic oder für Graphics and Windows Basic oder für Gates William Basic, da ist man unsicher. MS-DOS war damals ein weit verbreitetes Betriebssystem und GW-Basic eine Programmiersprache.

Der Dozent war kompetent. Einem das Seminar abschließenden Test konnte ich wegen einer wichtigen Geländeübung nicht beiwohnen, war darüber aber ganz froh, denn ich hatte zwar stets interessiert dem Vortrag gelauscht, jedoch nicht immer ganz folgen können. Vor allem das Programmieren (in GW-Basic) bereitete mit Kopfzerbrechen. Anderthalb GW-Basic-Bücher (von Said Baloui) arbeitete ich auf der Kasernenstube durch; dann schmiss ich das Programmieren hin. Damals gab es aber auch kaum flexible Hilfe, denn Google oder Internet-Foren … dergleichen existierte noch nicht.

Was fand ich am Computer denn so toll? Nun, ich war eher von seinem Wesen begeistert, als vom Befehle-Lernen und Algorithmen-Büffeln. Was heißt das für mich, Wesen des Computers? Vielleicht hat der eine oder andere von euch schon mal einen verzweifelten Computernutzer, voller enttäuschter Erwartung auf den Monitor starrend, ausrufen hören: „Oh Mann, warum macht der das denn jetzt nicht?“ Wer ist „der“? Der Computer. Kann „der“ etwas machen oder nicht machen, kann er am Ende gar entscheiden, ob er etwas nun macht oder nicht? Und hat er dann Macht über den Nutzer? „Quatsch!“, werden jetzt einige spontan denken; und andere: „Hm …“

Was ist denn ein Computer? Ein Haufen Metall und Plastik. Ein Lateiner wird vielleicht antworten: ein Zusammen-Tuer. Ein Computer ist vor allem aber eine Rechenmaschine und kann ganz sicher (noch) nicht selber denken. Bei der Frage nach seiner Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, muss man die Zone der bequemen, einfachen Antworten aber schon fast verlassen. Denn er tut es. Er trifft Entscheidungen. Sogar in einer geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit.

Wie dem auch sei: ich fand den Computer als mein Gegenüber faszinierend. Und kaufte mir in einem Fachgeschäft am Bundeswehrstandort einen sogenannten 286er. Mit Festplattenspeicher! Das war damals Luxus. Und mit einem Herkulesgrafik-Monitor, der Pixel weiß, Pixel aus und Pixel grau anzeigen konnte. Ich begann die Studien meines „Gegenübers“ mit dem Buch „MS-DOS – einsteigen, ohne auszusteigen“ von Christian Spanik und Hannes Rügheimer. Wie machte das Spaß! Seite um Seite vollzog ich alles live nach, und war weiterhin fasziniert.

Zunächst arbeitete ich, vom Betriebssystem MS-DOS abgesehen, mit der Software Framework III. Das war schon ein richtiges Office-Paket mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank.

Ein umtriebiger Kompanie-Rekrut besorgte mir eine Schwarzversion der Software dBase IV – Datenbank. Schnell steigerte sich meine Faszination und ich legte eine Personendatenbank an, enthaltend alle mir persönlich bekannten Menschen (und Firmen). Am Wochenende schloss ich den PC in meinen Spind ein und sicherte mit einem schweren Vorhängeschloss; zu groß die Angst, jemand könnte mein „Gegenüber“ in diebischer Absicht entführen. (Mit diesem 286er arbeitete meine Mutter noch bis 2007, völlig jenseits irgendwelcher Windows (Fenster)).

Als es nach der Bundeswehr ans Studieren ging, erlaubte mir das Dekanat als drittes Magisterfach Informatik. Ich bekam aber doch Skrupel, ob ich dem gewachsen gewesen wäre und nahm hier lieber Germanistik.

Meine auf dBase IV folgende Datenbanksoftware war Microsoft Access 97 und ich exportierte die dBase-Datenbank dort hinein. Es folgte Betriebssystem auf Betriebssystem und Computer auf Computer, teils käuflich erworben, teils geschenkt bekommen. Windows 3.11, 95, 98, 2000, XP, 7. Heute habe ich einen handelsüblichen Performance-PC, der auch gängige Spiele darstellen kann.

Zwar faszinierten mich auch Computerspiele, wie X-Wing, Privateer I, Starcraft I, die X-Universum-Reihe, Eve online und Starcraft II. Aber ich spürte doch: Näher würde ich meinem „Gegenüber“ kommen, wenn ich das Programmieren erlernte. Im Jahr 2005 begann ich mit der Lektüre von Said Balouis „Access 2003“. Darin war ein einzelnes Kapitel über die Programmiersprache VBA geschrieben. Schnell entwickelte ich wieder großes Interesse für diese, wie ich fand sehr ‚computernahe‘ Beschäftigung. Diesmal blieb ich am Ball und arbeitete mehrere VBA-Bücher ganz durch. Es bedeutet übrigens Visual Basic for Applications.

2011 schlug ein Arbeitskollege in der Fachklinik, in der ich arbeitete, vor, eine Datenbank zu entwickeln mit allen Pflegeeinrichtungen der Städteregion. Dies gelang (in Access) sehr gut. Die Automatismen der Datenbank in VBA zu programmieren, übernahm aber ein Internet-Bekannter, den ich dazu anheuerte. Ich war noch nicht so weit.

Als das Projekt fertig war, meinte eben jener Kollege, es wäre doch schön, wenn das Ganze über das Internet verfügbar gemacht würde. Und so schwenke ich von VBA hinüber zu PHP und MySQL. In PHP versuche ich mich noch heute (2016) und lerne langsam.

Ich finde es arm und schäbig, den Computer als besseren Fernseher zu missbrauchen und Stunde um Stunde stupide ziellos zu surfen. Ich computere kreativ statt rezeptiv, will kein passiv Benebelter sein, sondern aktiver Programmierer. Derzeit arbeite ich das Buch „PHP 5.4 & MySQL 5.5“ von Stefan Reimers und Gunnar Thies durch. Vorne drauf ist ein Tiger, und ich denke, ich weiß auch, was das starke Tier da macht: Es flößt Respekt und Ehrfurcht ein, denn wenngleich es heißt, PHP sei einfach zu erlernen: mir fällt es nicht selten sehr schwer. Aber die vielen Aha-Erlebnisse und dass ich mich als kleiner Ingenieur fühlen darf, wiegen das mehr als auf.

Meine Datenbank der mir bekannten Menschen, die auch für jede Person mehrfach 10.000 Zeichen an Lebensereignis-Text aufnehmen kann, läuft jetzt unter SQL (Structured Query Language) und wird mit PHP (Hypertext Pre-Processor) ausgelesen und gefüttert. Das Projekt taufte ich „Liverecord“. Es ist auf dieser Internet-Seite aber nicht zu finden: einmal sind die Anmerkungen bei den Menschen zu persönlich, zweitens aus Sicherheitsgründen und Angst vor sogenannten SQL-Injections.

Jedem und jeder wünsche ich den großen Spaß der IT-Welt. Mein Gegenüber nimmt jetzt meine Befehle entgegen. Aber nur, wenn sie passen. Sonst ist es an mir, mich ganz auf ihn einzulassen, manchmal verzweifelt, manchmal fasziniert.